Die Anfänge der nationalen Volksarmee der DDR

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NVA

Anfänge der NVA

Die NVA (Nationale Volksarmee) war von 1956 bis 1990 die Streitkraft der Deutschen Demokratischen Republik, der DDR.

1948
Auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) wurden im Oktober 1948 40 Bereitschaften der Volkspolizei mit je 250 Mann aufgestellt und kaserniert. Unterstellt wurden sie der „Hauptabteilung Grenzpolizei und Bereitschaften“ (HA GP/B) der „Deutschen Verwaltung des Innern“ (DVdI).

1949
Die Grenzpolizei wurde im Juli 1949 aus der HA GP/B wieder herausgelöst und unbenannt in „Verwaltung für Schulung“ (VfS) umbenannt.

Am 7. Oktober 1949 (Gründung der DDR) wurde aus der DVdI („Deutschen Verwaltung des Innern“) das Ministerium des Innern (MdI).

1950
Die VfS wurde im April 1950 zur Hauptverwaltung Ausbildung (HVA) unbenannt.

1952
Moskau forderte den Aufbau einer regulären eigenständigen Armee in der DDR. Am 1. Juli 1952 wurde auf Befehl des Ministers des Innern (MdI) aus den HVA-Bereitschaften die 100.000 Mann starke Kasernierte Volkspolizei (KVP) gebildet.

1956
Das Gründungsdatum der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA), beziehungsweise der Start des Übergangs der Kasernierten Volkspolizei (KVP) zur NVA, war der 8. Januar 1956. Die Umwandlung erfolgte in mehreren Etappen, mit der Maßgabe, dass bis zum 1. März 1956 die Stäbe und die Verwaltungen einsatzfähig sein sollten.

Freiwilligenarme ohne Wehrpflicht

Die NVA war bis kurz nach dem Mauerbau im Jahr 1961 im Gegensatz zur Bundeswehr eine Freiwilligenarmee, eine Wehrpflicht bestand nicht. Die Wehrpflicht wurde jedoch im Jahr 1962, eingeführt.


NVA
Die Anfänge der nationalen Volksarmee der DDR 3

Übernahme von Wehrmachtsoffizieren

Die Armee der DDR konnte sich nicht neu erfinden, weshalb – genau wie in der Bundeswehr – auf ehemalige Angehörige der Reichswehr und Wehrmacht zurückgegriffen wurde. Sie stammten meist aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, die bei antifaschistischen Frontschulen ideologisch umerzogen und ausgewählt worden.

Einer der bekanntesten in der NVA dienenden ehemaligen Wehrmachtsgeneralen, war Vincenz Müller. Er leitete seit 1949 als Chefinspekteur der Volkspolizei, später als Stellvertreter des Ministers des Innern (MdI), den Aufbau der NVA. Im Jahr 1953 wurde Vincenz Müller zum Generalleutnant befördert und zugleich zum obersten Chef des Stabes der Kasernierten Volkspolizei (KVP) ernannt.

Nachdem die ehemaligen Angehörigen der Wehrmacht ihre Aufbauarbeit geleistet hatten, wurden fast alle Offiziere bis Ende der 1950er Jahre schrittweise aus der NVA pensioniert.


Im Laufe der nächsten Jahre entwickelte sich die Nationale Volksarmee der DDR wegen ihres hohen Ausbildungsstandards und ihrer guten Disziplin in eine der schlagkräftigsten Armeen des Warschauer Pakts, was nicht ohne Hilfe fähiger Wehrmachtsgeneräle zu realisieren wäre.

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