Rudolf Bamler: Generalmajor der KVP

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Wer war Rudolf Bamler (Generalmajor der KVP)

Jugend und Ausbildung

Rudolf Bamler wurde am 6. Mai 1896 in Kossebau bei Osterburg (Altmark) geboren. Rudolf wuchs als Sohn des evangelischen Pfarrers Johannes Bamler und seiner Frau Anna Garlipp in bescheidenen Verhältnissen auf. Seine Kindheit war geprägt von den Werten des christlichen Humanismus. Nachdem er die örtliche Schule in Kossebau besucht hatte, erhielt er von 1905 bis 1907 privaten Unterricht von seinem Vater, einem ehemaligen Rektor. Rudolf war leidenschaftlicher Reiter. 1907 wurde er am Gymnasium in Salzwedel aufgenommen. Um die Schulgebühren zu decken, wechselte sein Vater 1909 seine Position nach Perver. 1914 schloss Rudolf seine Schulzeit mit dem Abitur ab und entschied sich gegen ein Studium, um die finanzielle Belastung für seine Familie zu vermeiden.

Rudolf Bamler im 1. Weltkrieg in der Reichswehr

Stattdessen trat er am Tag seines Schulabschlusses dem Bergischen Feldartillerie-Regiment Nr. 59 in Köln als Fahnenjunker bei. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde sein Regiment aktiviert und war hauptsächlich an der Westfront tätig. Im Verlauf des Krieges diente Bamler in verschiedenen Positionen, darunter als Batterieoffizier, Artilleriebeobachter und schließlich als Regimentsadjutant. Er wurde während des Krieges zum Oberleutnant befördert und erhielt beide Klassen des Eisernen Kreuzes.

Zwischenkriegszeit

Nach dem Ersten Weltkrieg war Bamler Leiter der Abteilung IIIb (zuständig für Geheimdienstaktivitäten) im Reichswehrministerium. Während seiner Amtszeit in der Weimarer Republik war er in verschiedene Aktivitäten involviert, die sich auf Spionageabwehr und Geheimdienstarbeit bezogen.

Rudolf Bamler im Zweiten Weltkrieg

Polen 1939 wurde Bamler zum Chef des Generalstabs des stellvertretenden VII. Armeekorps ernannt. Er diente später als Chef des Generalstabs des Militärbefehlshabers in Danzig-Westpreußen.

Gräueltaten der Waffen-SS

Während seiner Dienstzeit in Westpreußen wurde Bamler Zeuge von Gräueltaten der Waffen-SS. Diese Erfahrungen erschütterten ihn so sehr, dass er darüber nachdachte, aus der Armee auszuscheiden.

Verschiedene Posten und Schlachten

Bamler diente in verschiedenen Positionen und nahm an verschiedenen wichtigen Schlachten und Kampagnen teil, darunter der Ostfeldzug und die Schlacht um Moskau.

Versetzung nach Norwegen

1942 wurde Bamler nach Norwegen versetzt, wo er sich um die Verteidigung Norwegens und verschiedene militärpolitische und -wissenschaftliche Angelegenheiten kümmerte.

Planung eines Angriffs auf Schweden

Bamler war an der Planung eines Angriffs auf das neutrale Schweden beteiligt, ein Unternehmen namens „Polarfuchs“.

Ernennung zum Kommandeur der 12. Infanterie-Division

1944 wurde er zum Kommandeur der 12. Infanterie-Division ernannt, die während der Operation Bagration gegen die Rote Armee kämpfte.

Gefangennahme

Nach intensiven Kämpfen und einem gescheiterten Ausbruchsversuch gerieten Bamler und über 2000 seiner Männer in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Rudolf Balmers Wirken in der DDR

Tod von Mary Bamler

Rudolf Bamlers Frau, Mary, wurde während des NS-Regimes aufgrund ihrer Tätigkeiten in der NS-Frauenschaft verhaftet. Nach mehreren Verlegungen wurde sie schließlich im April 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit. Rudolf Bamler behauptete, dass sie infolge der Strapazen ihrer Gefangenschaft am 23. Juni 1945 einen Herzinfarkt erlitt und verstarb. Andere Quellen behaupten, sie sei an den Folgen der Strapazen verstorben.

Die Kinder von Rudolf Bamler

Die Kinder von Rudolf und Mary Bamler, Annemarie und Hans-Joachim, hatten ihre eigenen Herausforderungen während und nach dem Krieg. Annemarie war Mitglied des Bund Deutscher Mädel und lebte nach der Verhaftung ihrer Mutter bei Verwandten. Hans-Joachim diente bei der Wehrmacht und entkam der Sippenhaft, weil er bereits im Einsatz war. Nach dem Krieg studierte er in Reutlingen und zog später zu seinem Vater in die DDR.

Rudolf Bamler nach dem Krieg

Nach seiner Rückkehr in die DDR war Bamler mittellos. Er verlor durch den Krieg alle seine Besitztümer und lebte zunächst bei einer verwitweten Schwester seiner verstorbenen Frau. Später heiratete er seine Schwägerin Auguste.

Nach dem Krieg und der Gründung der DDR im Jahr 1949 trat er in die Kasernierte Volkspolizei ein, die eine Vorläuferorganisation der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR war. Bamler stieg in den Rang eines Generalmajors auf und hatte während seiner Dienstzeit verschiedene Führungspositionen inne.

Die Kasernierte Volkspolizei war eine paramilitärische Polizeieinheit in der DDR und bildete eine Art Vorläufer der Nationalen Volksarmee (NVA). Rudolf Bamler war in den 1950er Jahren einer der ranghöchsten Offiziere der KVP und trug den Titel eines Generalmajors.